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Fragen und Antworten



Was ist Lepra?

Lepra ist eine nichterbliche Krankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt. Das Leprabakterium (Mycobacterium leprae) wurde 1873 von Dr. Hansen aus Norwegen entdeckt. Bis heute gibt es noch keinen Impfstoff gegen Lepra. Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von wenigen Monaten bis zu 30 Jahren. Das Leprabakterium, gemeinhin als Hansenbazillus genannt, ist ein naher Verwandter des Tuberkulose-Bazillus.

 

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Seit wann gibt es Lepra?

Lepra ist eine der ältesten bekannten Krankheiten und wird schon in den frühesten Schriften erwähnt.

Sie wurde 600 Jahre vor Christus unter dem Namen "Kushta" in einer indischen medizinischen Abhandlung beschrieben sowie in der Bibel im Alten Testament.

 

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Wie wird Lepra übertragen?

Die Übertragung ist nicht vollständig geklärt. Man nimmt an, dass die Lepra ähnlich wie die Grippe durch Tröpfcheninfektion aus der Mund- und Nasenschleimhaut übertragen wird.

Armutsbedingte Umstände, wie enges Zusammenwohnen, mangelnde Hygiene und schlechte Ernährung erleichtern die Übertragung.

 

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Kann ich mich mit Lepra anstecken?

Lepra ist nicht eine leicht übertragbare Krankheit. Sie überträgt sich nur bei einem längeren direkten Kontakt mit einem Leprakranken. Mehr als 90% der Menschen besitzen eine natürliche Resistenz. Es ist also höchst unwahrscheinlich, dass man sich zum Beispiel während einer Ferienreise von der Krankheit ansteckt.

 

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Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Lepra weist eine ganze Bandbreite von Krankheitsmerkmalen aus je nach dem wie das Immunsystem der Betroffenen auf das Leprabakterium reagiert. Vereinfacht gesagt gibt es zwei Formen der Lepra: eine paucibazilläre und eine multibazilläre Form. Bei der paucibazillären Form ist die Anzahl Bakterien im Körper relativ gering (weniger als eine Million). Bei der multibazillären Lepra ist die Immunreaktion auf das Leprabakterium so schwach, dass es sich ungehindert vermehren kann. Die Betroffenen sind jedoch deswegen nicht unbedingt anfälliger auf andere Krankheiten. Diese Form der Lepra ist schwerwiegender und die Leprapatienten sind schon ansteckend, bevor sie die Krankheit an sich selbst bemerken.


Die ersten Anzeichen der Lepra sind oft unscharf abgegrenzte Flecken auf der Haut. Bei dunkelhäutigen Menschen sind diese heller als die gesunde Haut, bei hellhäutigen sind sie gerötet. Die Flecken selbst sind gefühllos. Da das Leprabakterium die Nerven befällt, führt dies zu Gefühllosigkeit und Lähmungen der Hände, Füsse, Arme und Beine oder bestimmter Augennerven. Der Ausfall von Augennerven kann Blindheit verursachen. Bei der mulitbazillären Lepra können sich zudem Beulen und Knoten auf der Haut bilden. Charakteristisch sind die hellroten bis braunen Leprome, die das Gesicht und andere Körperteile zersetzen. Im Gesicht verschmelzen diese zu einem „Löwengesicht“, welches auch durch eine eingefallene Nase gekennzeichnet wird. Der Erreger befällt Knochen, Muskeln und Sehnen. Sichtbare Zeichen davon sind u.a. die Klauenhand und der Fallfuss.

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Welche Folgen hat Lepra?

Aus medizinischer Sicht ist der Gefühlsverlust besonders problematisch. Weil das Schmerzempfinden verloren geht, erkennen und pflegen Leprakranke ihre Verletzungen nicht. Die Wunden oder Verbrennungen entzünden sich leicht und es bilden sich Geschwüre, welche mit der Zeit zum Verlust der Gliedmassen führen können. Daher rührt auch die falsche Vorstellung, dass durch Lepra die Finger und Zehen "abgefressen" werden oder "verfaulen". Eigentlich sind jedoch die ungehemmt fortschreitenden Entzündungen die Ursache des Gliederverlusts und manchmal müssen Glieder amputiert werden. Wenn als Folge der zerstörten Nerven das Augenlid nicht mehr geschlossen werden kann, führt das zu Erblindung.

 

Besonders schlimm sind für die Leprakranken die sozialen Probleme, die mit der Krankheit verbunden sind: Es kommt immer noch vor, dass von Lepra betroffene Menschen aus ihrem bisherigen gesellschaftlichen Umfeld ausgegrenzt werden. Ein Grund dafür ist die tief sitzende Angst vor einer Krankheit, die den Menschen so grausam verstümmeln kann.

 

Die Evangelische Lepra-Mission klärt Familienangehörige und Gemeinschaften über das Wesen der Lepra auf und versucht so, Angst abzubauen und soziale Barrieren und Ausgrenzungen von ehemaligen Leprapatienten zu überwinden.

 

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Wie viele Menschen leiden heute noch an Lepra?

Schätzungsweise zwei bis vier Millionen Menschen leben mit leprabedingten Behinderungen. Jedes Jahr erkranken rund 250'000 Menschen neu an Lepra. Das sind 30 Menschen jede Stunde! Alle 20 Minuten wird ein Kind mit Lepra diagnostiziert.  

 

Die Lepra-Mission unterstützt Projekte in 29 Ländern und erreicht rund 360 Millionen Menschen in Armut.

 

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In welchen Ländern gibt es Lepra?

Vor allem in den armen Ländern des Südens ist die Krankheit immer noch ein grosses Problem. Am schlimmsten betroffen ist Indien mit über 50% aller Leprakranken. Klicken Sie hier um eine Karte mit der weltweiten Ausbreitung der Lepra zu sehen.

In der Schweiz verschwand die Lepra im 18. Jahrhundert, trat aber im frühen 20. Jahrhundert nochmals kurz im Wallis auf.

 

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Ist Lepra heilbar?

Ja. Mit einer medikamentösen Kombinationstherapie (MDT) sind leichte Fälle von Lepra innerhalb von 6 Monaten geheilt, schwere Fälle müssen bis zu 2 Jahre medikamentös behandelt werden. Wird die Krankheit im Frühstadium erkannt, sieht man solchen Menschen nach der Heilung ihre alte Krankheit nicht mehr an und sie müssen nicht unter den vielfältigen Diskriminierungen leiden, denen sonst ehemalige Leprakranke ausgesetzt sind.

 

Seit 1981 sind über 15 Millionen Menschen von Lepra geheilt worden!

 

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Kann etwas gegen die entstandenen Behinderungen getan werden?

Durch Operationen, Physiotherapie, orthopädische Schuhe, Prothesen und andere Massnahmen der medizinischen Rehabilitation kann korrigierend geholfen werden. Bereits eingetretene Nervenschäden können allerdings nicht behoben werden.

 

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Was kann gegen die sozialen und psychischen Folgen getan werden?

Sobald sichtbare Anzeichen der Krankheit auftauchen, laufen diese Menschen Gefahr, von ihrer Umgebung zurückgewiesen zu werden, sogar von der eigenen Familie. Was dann folgt, ist meist der Verlust der Arbeit und zuletzt der eines menschenwürdigen Daseins.

 

Es braucht ganzheitliche Behandlung und Unterstützung. Leprabetroffene sollen wieder in Familie und Gesellschaft integriert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hilft die Lepra-Mission durch Aufklärung und Fürsprache, Prävention, Kleinkredite, Berufsausbildungen, Wiederherstellungs-Chirurgie und Selbsthilfegruppen.

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Das "Mycobacterium Leprae" stark vergrössert (rote Stäbchen). Dieses Bakterium verursacht Lepra.

Durch Lepra verformte Klauenhände: Die Finger sind verkrümmt und die Betroffenen können die Finger nicht mehr strecken.

Evangelische Lepra-Mission | Schweizer Zweig der Leprosy Mission International (TLMI)
Postfach 256 | CH-4622 Egerkingen | Tel: 062 961 83 84 | Fax: 062 961 83 85 | E-Mail: info@STOP-SPAM.lepramission.ch | Spendenkonto: PC 50-16000-6

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