Friedens-Nobelpreis für Botschafter der Lepra-Kranken

Der kongolesische Arzt Denis Mukwege erhielt am 10. Dezember 2018 den Friedens-Nobelpreis. Dies für seinen Einsatz für Opfer von sexueller Gewalt. Unter anderem war Doktor Mukwege im Kongo auch für die Lepra-Mission tätig, heute wirkt er als Botschafter für die Lepra-Mission und die Leprakranken.

Der Nobelpreisträger Denis Mukwege hat einen ganz direkten Bezug zu Herzogenbuchsee. Markus Freudiger, Geschäftsleiter der Lepra-Mission Schweiz: «Hier in Herzogenbuchsee ist der Sitz der Lepra-Mission Schweiz. Wir unterstützen seit vielen Jahren Projekte im Kongo. Das ist auch der Grund, warum ich im vergangenen Jahr da war.» Vor Ort traf er den Mediziner und Pastor Denis Mukwege. «In der DR Kongo läuft ein grosses Projekt von uns, welches den Ärmsten der Armen – den Lepra-Kranken und Leuten die an Tropen-Krankheiten leiden – zugutekommt. Dieses Projekt wird auch vom Lotteriefonds des Kantons Bern unterstützt.»

«Ein eindrückliches Treffen!»

Markus Freudiger erinnert sich noch gut an die Audienz bei Denis Mukwege: «Ich habe ihn getroffen, als ich im August 2017 für ein Treffen mit der Lepra-Mission nach Bukavu in die DR Kongo gereist war.» Das Treffen war eindrücklich. Er hatte der Delegation eine Stunde Zeit gegeben und ihr geschildert, wie seine Arbeit aussieht und wie es um die Situation im Kongo steht. «Wir merkten, dass er hoch-intelligent ist und über ein grosses Wissen verfügt.» Gleichzeitig habe er sehr emotional Geschichten erzählt, die unter die Haut gehen. «Es ist unglaublich, was da vor sich geht. Doch er kann als Arzt, als Gynäkologe, den Menschen helfen.»

«Absolut schockierend!»

Für seinen Einsatz für Frauen und Kinder, die sexuell missbraucht worden sind, erhielt Denis Mukwege am 10. Dezember 2018 den Friedens-Nobel-Preis.

«Er war auch für die Lepra-Mission im Kongo tätig und er ist heute ein Botschafter für die Lepra-Kranken. Er setzte sich stets für die Schwächsten der Schwachen ein», bilanziert Markus Freudiger. «Darunter Lepra-Kranke oder Frauen, die vergewaltigt oder verstümmelt worden sind. Er hat uns erzählt, dass er vermehrt mit Fällen zu tun hat, von Kindern, die weniger als fünf Jahre alt sind, die vergewaltigt worden sind. Es ist absolut schockierend, hören zu müssen, dass so etwas geschieht.»

«Doktor Mukwege ist praktizierender Christ», sagt Markus Freudiger. Er wirkt neben seinem medizinischen Engagement auch als Pastor.
Daniel Gerber

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Dr. Denis Mukwege im Panzi-Hospital Bukavu, DR Kongo