Zu Besuch bei den Ärmsten der Armen

Nach über 16 Stunden bin ich in unserem Lepra-Spital in Nilphamari, Bangladesch sicher ankgekommen. Noch vor ein paar Tagen flog kein Flugzeug in den Norden. Die Überschwemmungen im Juli unterbrachen Transportwege, machten Reisen fast unmöglich. Ich hatte damit gerechnet in Gummistiefel meinen Projektbesuch anzutreten, doch das Spital war knapp einer Überschwemmung entgagnen. «Wir befürchteten eine Überflutung des ganzen Eingangsbereichs mit den Räumen der Physiotherapie, dem Operationssaal und Labor. Doch dann hörte der Monsunregen rechtzeitig auf», so Sumon Halder, Landesleiter der Lepra-Mission in Bangladesch. Mehr zu unserer Nothilfe in Bangladesch.

Ich besuchte unser Frauenhaus, das Lepra-Spital und machte Hausbesuche bei Leprakranken. Die Geschichten dieser Menschen bewegten mich. Ich traf Leprabetroffene, die unter der Armutsgrenze leben. Dank Spenden verbesserte sich ihre Situation massiv. Ein junger, wegen Lepra behinderter Mann führt heute einen 'Tante-Emma'-Laden. Früher war er wegen seiner Behinderung arbeitslos. Die meisten Menschen arbeiten auf dem Feld, was für ihn unmöglich ist. Die Lepra-Mission half ihm den Laden einzurichten und gab das Startkapital. Heute kann er für seinen 4-jährigen Sohn und seine Frau sorgen. Voller Stolz schenkte er mir Bananen und Produkte aus seinem Laden.

So viel Leid und Armut - und doch Hoffnung, weil dank Spenden aus der Schweiz das Leben der Betroffenen sich zum Besseren gewendet hat.

 

«Wir kamen um zu sterben, aber jetzt erleben wir  jeden Tag mehr Heilung»

Sagte eine dankbare Patientin. Ich traf sie an einem Folklore-Abend im Spital. Die Patienten sangen voller Freude und eine Patientin tanzte ausgelassen. Ihre Augen leuchteten.  

In allem Leid finde ich immer wieder wunderbare Momente. Lokale Mitarbeitende, die sich mit Herzblut für die Ärmsten der Armen engagieren. Ich bin dankbar für alle Spenden aus der Schweiz, die diese Arbeit erst möglich machen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Unterstützen Sie Leprabetroffene in Bangladesch weiterhin. Herzlichen Dank!

Spenden per E-Banking

Postcheckkonto 50-16000-6

IBAN CH15 0900 0000 5001 6000 6 

Evangelische Lepra-Mission, 3360 Herzogenbuchsee (Vermerk: Überschwemmungen Bangladesch)