Tagebuch/Blog

DONNERSTAG, 1. FEBRUAR 2018

Ruedi gibt ein Interview vor dem Abflug in Zürich Kloten. Begleit wird er von seiner Frau Esther und einem Team der Lepra-Mission Schweiz.

 

FREITAG, 2. FEBRUAR 2018

Ankunft in Delhi... wir haben es geschafft! Jetzt folgt der Kulturschock und Jetlag.

 

SAMSTAG, 3. FEBRUAR 2018

«Eine Reise nach Indien, ohne Stop beim Taj Mahal, gibt's bei mir nicht. Jedenfalls nicht, wenn wir nur drei Stunden davon entfernt sind», meint unser Reiseleiter Markus Freudiger, Geschäftsleiter der Lepra-Mission Schweiz. So dürfen wir uns freuen auf einen tollen Einstieg ins faszinierende Indien. Wir sind gespannt...

'The Making off' - die Herstellung eines Kurzvideos vor dem Taj Mahal finden Sie hier. Gefilmt von Daniel Wahl. Der fertige Film folgt nach der Rückkehr.

 

SONNTAG, 4. FEBRUAR 2018

Auf dem Programm steht die Weiterreise nach Visakhapatnam und Salur, ein Spital der Lepra-Mission.

 

MONTAG, 5. FEBRUAR 2018 2018

Indien ist wirtschaftlich auf der Überholspur - die fünft grösste Wirtschaftsmacht. Das andere Gesicht: zwei Drittel der neuen Lepra-Fälle weltweit, treten hier auf. Ich komme im Süden Indiens, im Philadelphia Community Hospital in Salur, in Berührung mit engagierten Fachleuten und Betroffenen. Die von Bakterien verursachte Krankheit ist heilbar. Doch wenn die Diagnose erst spät erfolgt, kann sie dauerhaft Schäden hinterlassen. Als Botschafter der Lepra-Mission bin ich beeindruckt, wie Hilfe aus der Schweiz Auswirkungen hat bei den Ärmsten der Armen.

 

DIENSTAG, 6. FEBRUAR 2018

Auch heute höre ich berührende Geschichten. Immer wieder das gleiche: frühzeitiges Eingreifen wäre notwendig. Spätestens wenn sich das Bakterium in den Körper einschleicht und vermehrt, wäre der richtige Zeitpunkt ins Spital zu kommen. Dann sind die ersten Nerven schon abgestorben. Finger, Zehen, Augen wären noch zu retten. Da ist aber die Angst vor der Diagnose und noch viel schlimmer vor Stigma und Ausgrenzung. Die gute Nachricht: Infektionen sind zu stoppen, Geschwüre können entfernt werden und noch vieles mehr. Vor allem: Lepra kann medikamentös geheilt werden.

 

MITTWOCH, 7. FEBRUAR 2018

Lepra - und trotzdem eine Chance auf Bildung! Für Lepra-Betroffene Jugendliche wäre es hier in Indien unmöglich, eine Lehrstelle zu finden. Die Berufsschule in Vizianagaram wird von der Lepra Mission in der Schweiz unterstützt. Über 90% finden danach eine gut bezahlte Arbeitsstelle.

Kartub (Gruppenbild in der Mitte, rechts Markus Freudiger) kann seinen leprakranken Vater finanziell unterstützen. Er hat vor drei Jahren die Berufslehre als Mechaniker an der Berufsschule in Vizianagaram der Lepra-Mission erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun in einer für indische Verhältnisse modernen Garage.

Unvergesslich die Begegnung mit Mary Florence (rechts im Bild). Der Vater hatte die Erkrankung lange aus Scham versteckt. Als Tochter wäre sie ohne Perspektive und Chance auf dem Arbeitsmarkt. Jetzt macht sie ihren Vater stolz! Sie geniesst hier eine Ausbildung. Beeindruckend sind für mich auch die engagierten einheimischen Lehrkräfte. Sie geben den Jugendlichen, Würde und eine bessere Zukunft. 

 

DONNERSTAG, 8. FEBRUAR 2018

Heute fliegen wir zurück nach Dehli. Noch einmal die indische Hauptstadt durchqueren - oft übersät von Abfällen, auf Flüssen bilden sich weisse Schaumkronen, und die Luft ist trüb vom Smog. 

 

FREITAG, 9. FEBRUAR 2018

Besuch in den Slums von Dehli. Hier ist die grösste Lepra-Kolonie der Welt! Markus Freudiger, Geschäftsleiter der Lepra-Mission, führt mich fachkundig zu Betroffenen und ihren Familien. Dort drehen wir einen Kurzfilm. 12'000 Menschen leben in einer Welt gänzlich für sich. Das berührt mich. Die Lepra-Mission betreibt Selbsthilfe-Gruppen, Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Sie ermutigen die Bewohner, fördern mit Mikrokrediten die Selbständigkeit und unterstützen die Kinder in der Bildung. Alles, um ein würdiges Leben trotz der widrigen Umstände zu schenken.

 

SAMSTAG, 10. FEBRUAR 2018

Reich beschenkt fliegen wir zurück in die Schweiz. Die Reise mit der Lepra Mission Schweiz hat mich bereichert - die vergessene Krankheit und die betroffenen Menschen dürfen nicht vergessen werden.

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