266 Meter Kirchenschal für Leprapatienten

Um die 100 Handarbeiterinnen und Handarbeiter haben sich am Projekt «Stricken gegen die Einsamkeit» der katholischen Kirch Bülach beteiligt. Jetzt soll der Schal helfen, Wunden zu heilen.

 

 Die Geburt des Kirchenschals

Einmal um die Kirche Stricken - das war die Idee der Sozialarbeiterin von der Katholischen Kirche Bülach. Das primäre Ziel des Vorhabens bestand darin, während der Lockdown - Phase etwas gegen die Vereinsamung zu tun. Insbesondere älteren Menschen, die isoliert waren, bot man so die Möglichkeit eines sozialen Kontakts und einer sinnvollen Beschäftigung.

Insgesamt 266 Meter misst das farbenfrohe Band aus Wolle. Das entspricht bei durchgehender Breite einer Fläche von 40 Quadratmetern. Das durchschnittliche gemeinsame Stricktempo belief sich auf 3 Meter am Tag.

 

 Neuer Zweck gefunden

Diese Riesen-Lismete wird nun der Lepra-Mission geschenkt. Per Zufall entspricht die gestrickte Breite exakt den Vorgaben für Leprabinden. Zum Beispiel bei Amputationen: Über den herkömmlichen Verband wird eine gestrickte Binde angebracht. Die wärmende Eigenschaft der Binde hilft gegen die entzündeten Nerven. Sie wirkt wie ein wärmender Wickel.

 

 Nächste Aufgabe: Abketten

Als nächstes wird der Kirchenschal in Stücke geteilt und sauber abgekettet - d.h. die 266 Meter werden zu einzelnen Binden verarbeitet. Diese Arbeit braucht Zeit. Geplant ist die Übergabe an die Lepra-Mission auf Ende Jahr. Danach werden sie an die Lepra-Spitäler in Asien übergeben, wo sie vielen Patienten bei der Heilung ihrer Wunden helfen.

Aus einer Beschäftigungsidee wird so eine Solidaritätsaktion - die nun weit über die Grenzen der Schweiz zu den Ärmsten der Armen führt. Herzlichen Dank an alle fleissigen Hände!

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Der Kirchenschal wurde in Bülach sogar zweimal um die Katholische Kirche gewickelt. Vom 13. Juni bis 12. Juli 2020 konnte er von Besucherinnen und Besuchern bewundert werden.

Patientin strickt Leprabinden in unserem Lepra-Spital in Nepal. Sie bringt anderen Patienten sogar das Stricken bei - und dies obwohl sie selber unter verkrümten Fingern leidet.