Ein Esel Gottes

Gedanken von Dan Izzett anlässlich seines Besuches im Büro der Lepra-Mission in Herzogenbuchsee

«Oft sage ich, dass ich ein Esel bin, der Jesus zu den Leuten bringt. Manchen Menschen ist das zu wenig. So sagte zum Beispiel jemand: „Warum nicht ein weisses Pferd für Jesus?“ Das lehne ich ab. Denn meine Idee beruht darauf, dass Jesus, als ungeborenes Kind noch, auf einem Esel nach Bethlehem kam. Und auf einem Esel ging er nach Afrika. Und als er gekreuzigt wurde, ritt er vorher mit einem Esel in Jerusalem ein.

Gerne stelle ich Menschen die Frage, was sie für das Königreich  Gottes tun können, etwas das nicht auf eigener, natürlicher Kraft beruht: einen Glaubensmoment. Eine Zeit, in der wir Gott erlauben, dies wie eine  Blume blühen zu lassen. Eine Zeit, wo Gott einem berührt, mich und mein Gegenüber, den einfachen Menschen auf der Strasse. Ich nenne dies Glaubensprojekt.

Mein Glaubensprojekt war zum Beispiel die Hilfe für Gefängnisinsassen in Harare, als bei uns Nahrungsmittelknappheit herrschte und die Verpflegung in den Gefängnissen auf Null sank. Ich investierte 100 Franken in Esswaren und dachte, dass dies nirgendwohin reichte. Doch andere Menschen liessen sich anstecken und wir konnten die Gefangenen versorgen. Die Gefängnisleitung rief an: vor unserem Eingreifen waren zwei bis drei Insassen pro Woche gestorben, doch seit unserer Hilfe - kein Einziger mehr. Dann erhielt ich einen anderen Anruf. Jemand wollte uns ein eine 10-Tonnen-Lastwagen-Ladung an Nahrungsmittel schenken. Voll Freude brachten wir die Lebensmittel in ein Lager. Und es reichte viel länger, als es der Menge entsprach, längst hätte das Lager leer werden müssen. Doch Gott hatte es vermehrt. Als dann in den Läden wieder Lebensmittel erhältlich waren, schwand der Vorrat innert kurzer Zeit.

Manchmal bete ich im Super-Markt für jemanden. Es macht einen Unterschied. Es bringt das Königreich ein wenig voran. Möchtest du auch Gottes Esel sein?

Im Alten Testament wurde jemand unrein, wenn er das Kleid eines leprakranken Menschen berührt hatte. Im Neuen Testament wurde ein Leprakranker rein, weil er berührt wurde, durch Jesus. Unter diesem Bund leben wir.

Mein Buch ist ein Esel, der unterwegs ist, um die Leute zu berühren. Den Leuten eine Möglichkeit zu zeigen, das Königreich Gottes voranzutreiben.»

Dan Izzett, Herzogenbuchsee, 28. Oktober 2014