Interview mit Ruedi Josuran

TV-Moderator Ruedi Josuran engagiert sich bei der Lepra-Mission ehrenamtlich als Botschafter für leprabetroffene Menschen. Was seine Beweggründe sind und wie es dazu kam.

 

Weshalb engagieren Sie sich für leprabetroffene Menschen?

Ich hatte schon seit längerer Zeit die Absicht mich für benachteiligte Menschen zu investieren. Bei der Anfrage der Lepra-Mission kam mir spontan der Kinofilm Ben Hur in den Sinn, wo am Schluss des Filmes mit der leprabetroffenen Mutter eine starke Symbolik der Ausgrenzung mit Trauer zu sehen war. Nach der wundersamen Heilung kam auf dem Gesicht der Frau die neue Lebensfreude zum Ausdruck. Diese Filmszene ist in meinem Herz eingebrannt.  Es ist für mich deshalb ein Privileg für Leprabetroffene in einer Botschafter-Funktion tätig zu sein.

Was wissen Sie über Lepra?

Ich war bis vor kurzem der Meinung, dass Lepra weltweit weitgehend eliminiert ist. Durch die Informationen der Lepra-Mission habe ich erkannt, dass Lepra leider noch weit verbreitet, aber dank Medikamenten im Frühstadium heute heilbar ist.

Was möchten Sie mit Ihrem Engagement bewirken?

Ich möchte mithelfen für das  Thema Lepra eine  breite Öffentlichkeit in der Schweiz zu schaffen. Ich finde es wichtig, dass über Lepra glaubwürdig und medienwirksam informiert wird, damit die Menschen in der Schweiz motiviert sind die Projektarbeit zur Beseitigung von Lepra zu unterstützen. 

Warum ist Ihnen die Unterstützung der Ärmsten wichtig?

Aus meiner Sicht ist es unmöglich, Christ zu sein, an Gott zu glauben und kein Herz zu haben für die Ärmsten. Für mich ist es ein urbiblischer Auftrag, wo mir die Person Jesus durch sein Leben und Wirken ein besonderes Vorbild ist. Er hat die Liebe zu den Menschen am Rande der Gesellschaft praktiziert indem er beispielsweise mit Aussätzigen (Leprabetroffenen)  anders umgegangen ist als die Umwelt.

Was bedeutet für Sie der Glaube an Gott?

Mein christlicher Glaube bedeutet für mich eine persönliche Beziehung im Zwiegespräch mit Gott . Wenn ich alleine bin, kann das durch lautes Reden sein, wenn ich im Zug unterwegs bin, schliesse ich oft die Augen und teile meinen Gedanken in der Stille mit Gott. Für mich ist der Glaube wie eine Vater-Sohn-Beziehung.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?

Ich möchte immer mehr der Mensch sein, den Gott sich mit mir ausgedacht hat. Ich bin überzeugt, dass dann das Leben am meisten Kraft, Ausstrahlung und Energie erhält.

Was macht Ihnen Freude an ihrer beruflichen Arbeit?

Beim TV-Talk ist es spannend, mich immer wieder auf neue Leute einzulassen, ihre authentischen Geschichten zu hören. Dabei kann ich  oft auch etwas mitnehmen für mein persönliches Leben. Die Zuschauer können, inspiriert durch das Gespräch, ihre eigene Lebenssituation im Bezug auf den Glauben an Gott reflektieren. Als Coach begleite ich in beratender Funktion gerne Menschen in Unternehmen und Privatpersonen in  Lebenskrisen und Burnout-Prozessen. Dies mache ich nicht als Therapeut sondern als Begleitperson.

Planen Sie demnächst ein Projektland der Lepra- Mission zu besuchen?

Ich habe die Absicht im Frühjahr 2015 das Lepra-Projekt in Nepal zu besuchen. Ich möchte mir vor Ort persönlich einen Einblick von der Arbeit der Not-Helfer verschaffen. Ich freue mich vor allem auf die Begegnung mit leprabetroffenen Menschen, um ihre Geschichte zu erfahren.

 

 

Zur Person

Ruedi Josuran (57) war bis Frühling 2008 Moderator bei Schweizer Radio DRS1. Er war dort 16 Jahre Gastgeber der Radio-Talkshow "Persönlich" und Moderator von diversen Radiosendungen. Seit April 2009 moderiert Ruedi Josuran den zwei-wöchentlichen TV-Talk „Fenster zum Sonntag“ auf SRF 2. Er  ist auch als Gesundheits- und Life-Balance Coach mit Schwerpunkt Burnout-Prävention tätig und Autor mehrerer Bücher. Ruedi Josuran ist zweifacher Vater und lebt mit seiner Frau Esther in Stäfa.

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